22. Mai, 20.00 Uhr, Zeughauskino
„Bleibst du mir stumm?“ – Richard Wagners 200. Geburtstag

LOHENGRIN – WENN ICH IM KAMPF FÜR DICH SIEGE
D 1908, R: Franz Porten, ca. 3', 35mm

TRISTANO E ISOTTA
I 1911, R: Ugo Falena, ca. 26', 35mm, dt. ZT

DER MEISTER VON NÜRNBERG
D 1927, R: Ludwig Berger, B: Robert Liebmann, Ludwig Berger, Rudolf Rittner, K: Karl Puth, Axel Graatkjær, D: Rudolf Rittner, Max Gülstorff, Maria Matray, Gustav Fröhlich, ca. 82', 35mm, dt. ZT

Anlässlich des 200. Geburtstags von Richard Wagner präsentiert das Zeughauskino ein Geburtstagsprogramm der besonderen Art: Drei Stummfilme, die an Wagner-Stoffe angelehnt sich, vermitteln einen Eindruck davon, welche Faszination Richard Wagners Werk bereits auf das frühe Kino ausübte. Zum musikalischen Repertoire eines Kinopianisten gehörten selbstverständlich Wagner-Stücke, doch auch die Regisseure griffen auf Wagners Stoffe und Motive zurück. Franz Porten präsentierte als einer der Ersten so genannte „Tonbilder“, bei denen annähernd lippensynchron Grammophonplatten zu Bewegtbildern abgespielt wurden. Der Auszug aus LOHENGRIN von 1908 vermittelt auch einen Eindruck von der damaligen Opernausstattung. Die Filmpioniere erlaubten sich manche Freiheiten bei der Stoffgestaltung, so überrascht TRISTANO E ISOTTA durch eine Neuinterpretation des Liebestods. Auch Ludwig Berger, ein Meister der leichten musikalischen Inszenierung, wie beispielsweise in der Operetten-Verfilmung EIN WALZERTRAUM (1925), wandte sich Wagner zu. Sein in den Babelsberger Filmstudios realisierter MEISTER VON NÜRNBERG geriet zur unterhaltsamen Liebeskomödie. Die zeitgenössische Kritik sah darin teilweise eine Verunglimpfung Wagners, obgleich dessen „Meistersinger“, neben dem „Liebesverbot“, als seine einzige komische Oper gilt. (kj)

Musikalische Begleitung: Michael Halfmann (Grammophon) spielt Schellackplatten aus der eigenen Sammlung, Camilla Barratt-Due (Akkordeon und Stimme), Günter A. Buchwald (Klavier und Violine)
Einführung: Dirk Förstner