28. April, 19.00 Uhr, Zeughauskino

STUKAS
D 1941, R: Karl Ritter, B: Karl Ritter, Felix Lützkendorf, K: Walter Meyer, Walter Rosskopf, Hugo von Kaweczynski, Heinz Ritter D: Carl Raddatz, O.E. Hasse, Hannes Stelzer, Georg Thomalla, 91', 35mm

Ein Fliegerkommandant und ein Stabsarzt intonieren in den Pausen zwischen zwei Luftangriffen vierhändig „Siegfrieds Rheinfahrt“ auf einem Feldklavier. Ein Oberstleutnant, von Kriegserlebnissen traumatisiert, wird ins Bayreuther Festspielhaus geschickt, um seinen Kampfgeist wieder zu beleben, – denn, so die Krankenschwester, „er muss ein neues großes Erlebnis haben. Es gibt keinen Menschen, der von dort ohne Ergriffenheit weggehen kann.“ Anders als man erwarten könnte, finden sich solche direkten Wagner-Zitate nur selten in den Filmproduktionen der NS-Zeit. STUKAS erzählt vom Alltag einer Fliegerstaffel und dem „Blitzkrieg“ in Frankreich. Während das Zusammenleben der Soldaten beinahe idyllisch geschildert wird, werden die Opfer der Flugangriffe ignoriert. Karl Ritter verantwortete als Regisseur eine Reihe offen nationalsozialistischer Produktionen, die sich an ein vorwiegend männliches Publikum richteten. Die Filmmusik komponierte Herbert Windt, der bereits Leni Riefenstahls TRIUMPH DES WILLENS, ihre OLYMPIA-Filme sowie Propagandastoffe wie FELDZUG IN POLEN (1940) oder SIEG IM WESTEN (1941) musikalisch untermalt hatte. Bereits 1932 meinte die Gauzeitung der Berliner NSDAP in Windts Kompositionen einen „neuen Stil des Heroischen“ zu erkennen („Der Angriff“, 18.3.1932). (kj)

Einführung: Jörg Becker