21. Mai, 20.00 Uhr, Zeughauskino
„In Sachen Wagner bin ich ein Suchender“. Verwandlungsszenen mit Christoph Schlingensief 
In Zusammenarbeit mit dem Büro Schlingensief und der Filmgalerie 451

ODIN & FISCH FILM
aus: „The Animatograph. House of Obsessions“, Island 2005, 9’

THE ANIMATOGRAPH
2004-2006, 7’

THE ANIMATOGRAPH
Odins Parsipark / Neuhardenberg 2005
Eröffnungsrede von Christoph Schlingensief, 21’

THE ANIMATOGRAPH
Odins Parsipark / Neuhardenberg 2005, 6’

VERWANDLUNGSFILM
Bayreuther Festspiele 2004, 12’

HASENVERWESUNGSFILM
Version aus „Kirche der Angst“ 2008, 6’

BAMBITEMPEL
aus „Parsifal“ / Bayreuth 2004, 5’

TELEFONZELLE
Aus „The Africantwintowers“ 2005, 1’

LA MORTE D’ISOTTA
BRD 1968, R/K: Werner Schroeter, D: Werner Schroeter, Daniel Schmid, 38‘, BetaSP

Christoph Schlingensiefs Verhältnis zu Richard Wagner war hochkomplex und ambivalent. „Hinter seinem Verehren und Verachten, Glauben und Zweifeln, Erlösen und Leiden an Wagner, dem wohl deutschesten aller Genies, vermutete er Seelenverwandtschaft. Beide waren Metaphysiker im eigenen Kosmos“ (Jörg van der Horst). Mit seinen Animatographen-Installationen erweiterte Schlingensief den Begriff des Gesamtkunstwerks um ein interaktives Moment. Seine umstrittene „Parsifal“-Inszenierung in Bayreuth blieb lange im Gedächtnis, ebenso seine große Performance „Kirche der Angst“, in der er ein weiteres Mal Wagner-Motive seinem Werk einverleibte und neu interpretierte.
In einem frühen, noch auf Super8 gedrehten Film kombinierte Werner Schroeter Bilder, die um das Thema des Verlassenwerdens kreisen, mit Textfragmenten aus Lautréamants düsteren „Chants de Maldoror“. Schroeters Hang zur opernhaften Stilisierung, die schon hier deutlich sichtbar wird, entsprang der Überzeugung, dass der Gesang eine äußerste Steigerung der Ausdrucksintensität ermöglicht, wie sie mit Worten nicht erreicht werden kann. Folgerichtig findet Schroeter „den Ausdruck kompromissloser Liebe (...) in Wagners 'Tristan und Isolde', jener Oper der bürgerlichen Selbstreferenz auf Rausch, Verzückung und Weltflucht.“ (Karsten Witte, „Schriften zum Kino“). Sein Film endet mit einer italienischen Version des Liebestods, gesungen von der von ihm vergötterten Maria Callas. (kj, stv)

Einführung Christoph Schlingensief: Aino Laberenz und Jörg van der Horst
Einführung Werner Schroeter: Frieder Schlaich