25. April, 20.00 Uhr, Zeughauskino

RICHARD WAGNER
D 1913, R: William Wauer, Carl Froelich, B: William Wauer, K: Carl Froelich, D: Giuseppe Becce, Olga Engl, Manny Ziener, Miriam Horwitz, Ernst Reicher, ca. 110', 35mm, nl. ZT + dt. UT

Zum 100. Geburtstag des „großen Meisters“ wagte sich der Berliner Filmpionier Oskar Messter an die Produktion eines biografischen Wagner-Films, der sowohl aufgrund seines seriösen Bildungsanspruchs als auch mit seiner Länge von fast zwei Stunden in seiner Zeit ein außergewöhnliches Projekt darstellte. Der Film reiht anekdotisch zugespitzte Episoden aus Wagners Leben aneinander, von der Kindheit bis zur Schlussapotheose, dem geisterhaften Reigen bekannter Opernfiguren an seinem Grab. Dass dies auch heute noch mit einigem Spaß zu verfolgen ist, liegt zum einen am Augenzwinkern, mit dem Drehbuchautor William Wauer manch menschliche Schwäche des Meisters kommentiert. Vor allem aber an der Besetzung der Hauptrolle mit dem damals unbekannten, aus Italien stammenden Komponisten Giuseppe Becce, der dank erstaunlicher physiognomischer Ähnlichkeit und drahtiger Springfedervitalität ein lebendiges Bild des Meisters gestaltet. Dabei gilt es zu bedenken, dass Cosima Wagner zu dieser Zeit ja noch im Haus Wahnfried residierte. Wenn man gegen Ende des Films Becce also in Wagner-Maske etwas beschleunigt durch den Garten der Villa flanieren sieht, mag dies auch auf den Umstand zurückzuführen sein, dass man keine Drehgenehmigung besaß. (pj)

Musikalische Begleitung; Michael Halfmann (Schellackplatten und Grammophon)
Eröffnung der Filmreihe