2. April 2013, 18:00 Uhr, Sonderaufführung in der Deutschen Oper, Berlin
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin und der Deutschen Oper Berlin (siehe auch:
www.deutscheoperberlin.de)

PARSIFAL
F/D 1982, B und R: Hans Jügen Syberberg, K: Igor Luther, mit Armin Jordan, Aage Haugland, Edith Clever, 260‘, DigiBeta

Hans Jürgen Syberberg führte mit dieser filmischen Variante des „Parsifal“ seine jahrzehntelange Auseinandersetzung mit Wagners Leben und Werk zu einem konsequenten Höhepunkt. Der Film wurde in Cannes zum hundertsten Jubiläum der Bayreuther Erstaufführung im Jahr 1882 uraufgeführt. Syberberg realisierte diesen Film, wie seine vorherigen Werke LUDWIG – REQUIEM FÜR EINEN JUNGFRÄULICHEN KÖNIG und HITLER, EIN FILM AUS DEUTSCHLAND vollständig im Studio. Als Kulisse dient die vergrößerte Totenmaske Wagners. Die Suche nach einem zentralen Schauplatz, nach dieser „Kopflandschaft“, die labyrinthische Gänge, Schluchten und Höhlen aufweist, stellte im Vorfeld eine besondere Herausforderung dar: „Die Etablierung eines solchen Ortes als Zentrum der akustischen und optischen Verbindungslinien und daher gedanklichen Assoziationen heißt, eine geistige Heimat zu schaffen, auf die man sich mit dem Zuschauer auf die Dauer des Spiels einlässt. Es muß ein Ort gefunden werden, von dem alles ausgeht und wohin alles zurückkommt. Diese Abenteuer sind die der Phantasie, und Träume dieser Art sind die der Imagination.“ (Syberberg: „Parsifal. Ein Filmessay“). Der Film folgt chronologisch der Partitur. Bemerkenswert ist jedoch die Teilung in Darstellung und Gesang. Für den Film ließ Syberberg eine Komplettaufnahme der Oper mit dem Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo unter der musikalischen Leitung von Armin Jordan einspielen. Schauspieler (wie Edith Clever als Kundry) und Laien (die beiden damaligen Schüler Michael Kutter und Karin Krick als Parsifal) verkörpern die Rollen und mimen lippensynchron den Gesang. (kj)

Als Auftakt der Veranstaltungsreihe wird der Film PARSIFAL von Hans Jürgen Syberberg im Foyer der Deutschen Oper Berlin gezeigt.

Zur Einführung um 17:00 Uhr spricht Thomas Macho mit dem Regisseur Hans Jürgen Syberberg.