26. April, 21.00 Uhr und 1. Mai, 20.00 Uhr, Zeughauskino

PANDORA AND THE FLYING DUTCHMAN (Pandora und der fliegende Holländer)
USA 1951, R/B: Albert Lewin, K: Jack Cardiff, D: Ava Gardner, James Mason, Nigel Patrick, Harold Warrender, 123‘, 35mm, OF mit span. UT

1930. Am Strand eines spanischen Fischerdorfes mit dem vielsagenden Namen Esperanza werden zwei Leichen geborgen. Ein am Ort ansässiger Altertumsforscher kommt herbei und während er die einander umschlungen haltenden Hände der Toten betrachtet, murmelt er: „The measure of love is what one is willing to give up for it.“ Albert Lewins stark vom Surrealismus beeinflusster Film ist eine Meditation über die Frage der ewigen Liebe, die sich nur im Tod realisieren kann. Im Mittelpunkt steht die Gestalt der ehemaligen Nachtclubsängerin Pandora Reynolds, einer femme fatale, die die Männer reihenweise ins Unglück stürzt. Die Frage, was sie selbst zu opfern bereit wäre für die bedingungslose Liebe, stellt sich ihr in dem Moment, als eine Yacht in der Bucht von Esperanza auftaucht, mit einem elegant gekleideten, aber düster blickenden Mann an Bord, der in Pandora jene Frau erkennt, die ihn von seinem Fluch erlösen könnte. Optisch von den Bildwelten Dalís und de Chiricos beeinflusst, folgt Lewins Erzählung einer Traumlogik, in der sich Elemente einander völlig fern stehender kultureller Traditionen zu einem irritierenden Amalgam verbinden: griechischer Mythos und romantische Sagenwelt, arabischer Mystizismus und mediterrane Sensualität. Obwohl Lewin an keiner Stelle explizit Bezug auf Wagner nimmt, stellt sein Film dennoch eine höchst unterhaltsame Variation der Holländerthematik dar. (stv)

Einführung am 26. April: Elisabeth Bronfen
Einführung am 1.Mai: Steffen Vogt