11. Mai, 20.30 Uhr, Zeughauskino

MELANCHOLIA
DK/S/F/D 2011, R/B: Lars von Trier, K: Manuel Alberto Claro, D: Kirsten Dunst, Charlotte Gainsbourg, Kiefer Sutherland, Alexander Skarsgård, Charlotte Rampling, Udo Kier 130‘, 35mm, OmU

Schon zu Beginn seiner Karriere experimentierte Lars von Trier mit der Musik Wagners. Während der Dreharbeiten zum Film THE ELEMENT OF CRIME (DK 1984) ließ er am Set Wagnermusik erklingen, um sein Team in eine besondere Stimmung zu versetzen. 2006 scheiterte er mit dem Versuch einer Ring-Inszenierung in Bayreuth. MELANCHOLIA bezeichnet er als Ergebnis seiner Auseinandersetzung mit den eigenen Depressionen, insofern ist der Film auch als Kommentar zum Misslingen des Bayreuth-Projekts zu verstehen. Erzählt wird vom Untergang der Welt und von der Reaktion einer kleinen Gruppe von Menschen auf die bevorstehende Katastrophe. Im Mittelpunkt steht die depressive Justine, die ihre Hochzeit scheitern lässt, weil sie nicht in der Lage ist, sich in die Muster der bestehenden gesellschaftlichen Ordnung zu fügen. Die Lebenswelt ihrer spröden Schwester Claire wird hingegen von bürgerlicher Ordnungsvorstellung dominiert. Im Angesicht der Katastrophe drehen sich die Vorzeichen ihrer beider Existenz allmählich um. Den in dunklen Grün- und Blautönen gehaltenen Bildern des Films korrespondieren musikalisch die düster-schwermütigen Klänge des Vorspiels aus „Tristan und Isolde“. Wagners Musik repräsentiert für von Trier die Idee absoluter Schönheit. Bei der Premiere von MELANCHOLIA im Rahmen der 64. Filmfestspiele von Cannes kam es zu einem Skandal, ausgelöst durch vermeintlich profaschistische Stellungnahmen des Regisseurs. Lars von Trier wurde daraufhin vom Festival ausgeschlossen. (stv)

Einführung: Verena Lueken