3. Mai, 21.00 Uhr und 10. Mai, 21.00 Uhr, Zeughauskino

LISZTOMANIA
GB 1975, R/B: Ken Russell, K: Peter Suschitzky, D: Roger Daltrey, Sara Kestelman, Paul Nicholas, Ringo Starr, Veronica Quilligan, 103‘, 35mm, OF

Bei wenigen Regisseuren spielt die Verbindung von Film und Musik eine so große Rolle wie in den Filmen des britischen Regisseurs Ken Russell. Es ist daher nur folgerichtig, dass Wagner seine Spuren in Russells Werk hinterlassen hat, wenn auch unter dem Deckmäntelchen einer schrillen Filmbiographie über Wagners Freund und Schwiegervater Franz Liszt. Russell analysiert in LISZTOMANIA die zeitgenössischen Phänomene des Pop-Business, indem er sie ins 19. Jahrhundert zurückspiegelt. Er lässt Wagner in verschiedenen Verkleidungen auftreten: als kleinen Jungen im Matrosenanzug, als mit Patronengurten umhängten Guerillero im Stile Che Guevaras, als Vampir, der dem befreundeten Liszt das Blut aussaugt und schließlich als geckenhaften Dandy im Leopardenfellkostüm, der in einem Spukschloss haust und faschistische Kinderarmeen heranzüchtet. Auf die Frage, wie viel Wagner in Hitler steckt – und wie viel Hitler in Wagner –, hat Russell eine eindeutige Antwort parat. Am Ende hilft nur noch der Einsatz eines himmlischen Raumschiffs, um Wagner-Hitler mit Hilfe regenbogenfarbener Laserstrahlen zu vernichten: „Peace at last“. (stv)