27. April, 19.30 Uhr, Zeughauskino

LA CADUTA DEGLI DEI (Die Verdammten)
I/CH/BRD 1969, R: Luchino Visconti, B: Nicola Badalucco, Enrico Medioli, Luchino Visconti, K: Armando Nannuzzi, Pasquale De Santis, D: Dirk Bogade, Ingrid Thulin, Helmut Griem, Helmut Berger, 154', 35mm, engl. OF

Viscontis LA CADUTA DEGLI DEI erzählt in opulenten, bisweilen opernhaften Bildern vom Niedergang einer Industriellenfamilie zu Beginn des „Dritten Reiches“. Reichstagsbrand und Röhm-Putsch bilden die historische Klammer, in der die Verführungskraft des Nazismus, die kapitalistische Machtgier und der moralische Niedergang einer Familiendynastie entfaltet werden. In dem Geschlecht derer von Essenbeck sind unschwer Anspielungen auf die Industriellenfamilie Alfried Krupp auszumachen. Mit seiner „deutschen Trilogie” – bestehend aus LA CADUTA DEGLI DEI (1969), MORTE A VENEZIA (1971) und LUDWIG II. (1973) – reagierte Visconti auch auf Wagners Tetralogie. Mit ihr erforschte er Schlüsselszenen der deutschen Geschichte, in die er Schritt um Schritt tiefer eindrang. Der italienische Titel LA CADUTA DEGLI DEI spielt auf die Bezeichnung des letzten Teils von Richard Wagners Ring an – „Götterdämmerung”, denn, so Visconti: „Auch in unserer Zeit handeln die Götter und mischen sich unter die Menschen, nicht anders als die heidnischen Gottheiten oder die Helden Wagners. Das Instrument ihrer Macht ist das Geld; der Tempel ihres Kultes ist die mit Schornsteinen gespickte Fabrik“ („Ich“, Luchino Visconti). (kj)

Einführung: Bernd Kiefer