4. Mai, 21.00 Uhr und 11. Mai, 18.00 Uhr, Zeughauskino

EXCALIBUR
GB/USA 1981, R: John Boorman, B: Rospo Pallenberg, John Boorman, K: Alex Thomsen, D: Nigel Terry, Helen Mirren, Nicol Williamson, Nicolas Clay, Paul Geoffrey 140‘, 35mm, OF

In zwei Opern, in „Lohengrin“ und im „Parsifal“, hat Wagners Beschäftigung mit dem Gralsmythos ihren Niederschlag gefunden. Die ungebrochene Popularität des Gralsmythos hat sich im Kino fortgesetzt, wo sich so illustre Gestalten wie Indiana Jones oder die Mitglieder der englischen Komikertruppe Monty Python in die Liste der Gralssucher eingereiht haben. Auch in John Boormans Version der Artussage aus dem Jahr 1981 spielt der Gral eine wichtige Rolle. Die extrem stilisierten Bilder von Boormans Film entwickeln mit ihrer grellen Licht- und Farbdramaturgie ein opernhaftes Pathos, das die Vorbildschaft Wagners nicht verleugnet. Folgerichtig greift auch der von Trevor Jones betreute Soundtrack zu großen Teilen auf Wagners Musik zurück: auf die düster-martialischen Klänge des „Trauermarschs“ als Hintergrund kriegerischen Gemetzels, auf das Vorspiel aus „Tristan und Isolde“ im Kontext der Lancelot-Episode und auf das weihevolle Pathos der „Parsifal“-Ouvertüre, wenn von der Gralssuche erzählt wird. Die überraschende Brutalität, ja: Blutrünstigkeit von Boormans Film, die zum damaligen Zeitpunkt im westlichen Unterhaltungskino eher ungewöhnlich war, deutet allerdings eher auf japanische Vorbilder hin. Wenn am Ende des Films das Schwert Excalibur in den Wassern jenes Sees versenkt wird, aus denen es der Zauberer Merlin ursprünglich entgegengenommen hatte, so ist die Parallele zum Finale von Wagners „Götterdämmerung“ unübersehbar. Hier wie dort kehrt das Symbol der Macht in das Urelement allen Werdens zurück – und diese Rückkehr markiert zugleich den Untergang der alten Ordnung. (stv)

Musikalische Einführung: Kevin McCutcheon, Korrepetitor und Dirigent an der Deutschen Oper Berlin