25. Mai, 18.00 Uhr und 30. Mai, 20.00 Uhr, Zeughauskino

BREAKING THE WAVES
DK/S/F/NL/N/IS/E 1996, R/B: Lars von Trier, K: Robby Müller, D: Emily Watson, Stellan Skarsgård, Katrin Cartlidge, Udo Kier, 152', 35mm, OmU

Eine kleine Gemeinde an der schottischen Küste in den 1970er Jahren: Die tiefgläubige Bess (Emily Watson) heiratet Jan (Stellan Skarsgård), der auf einer Bohrinsel arbeitet. Als Jan schwer verunglückt, meint Bess dafür die Schuld zu tragen, da sie sich seine Heimkehr gewünscht hatte. Diese Schuld versucht sie durch eine aufopfernde Liebe, die selbstzerstörerische Züge annimmt, abzutragen. In Lars von Triers Werk finden sich zahlreiche Referenzen auf Richard Wagner. Bereits in EPIDEMIC (1987) verweist er sowohl musikalisch als auch in der Gestaltung der Erzählung mehrfach auf Wagners „Tannhäuser“. Zu BREAKING THE WAVES habe ihn unter anderem der Stoff vom „Fliegenden Holländer“ inspiriert, gab er an. Tatsächlich erscheinen Bess’ Projektionen auf Jan, der aus einem fremden Dorf stammt und den sonst niemand kennt, wie die Mädchenträume von Elsa in „Lohengrin“ oder von Senta im Fliegenden Holländer. Anstelle eines Segelschiffs oder eines Schwans nutzt Jan allerdings einen Hubschrauber, der ihn – für Bess unerträglich –, genauso schnell wieder zur Bohrinsel fort trägt wie er kam. Der Glaube an die erlösende Liebe einer Frau wird hier bis zur Pervertierung auf die Spitze getrieben. (kj)

Einführungen: Stefanie Krust